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Dark Days – Nachtleben in Bamako (Mali)

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Rumänische Nutten, Elektrobeats und reichlich Schnaps. Bunte Laser rasen durch den Raum, helle Kleidung leuchtet im Schwarzlicht. Der Dancefloor kocht. Bamako! Die am südlichen Rand der Sahel liegende Hauptstadt Malis, überzeugt mit ihrem pulsierenden Nachtleben. Selbst in den letzten Winkel der Stadt dringt der Rhythmus der Musik vor. Soundsystems bauen ihre Anlagen mitten in den Wohnvierteln auf. Bands stimmen ihre Instrumente in den Bars. Großraum Discotheken bereiten sich mit Horden von Türstehern, Barpersonal und hunderten Litern Schnaps auf den nächtlichen Ansturm vor.

Es ist Samstagabend die Häuser fliegen an mir vorbei, die Musik ist aufgedreht. Moussa steuert den Touareg gekonnt durch den Straßenverkehr auf dem Weg zu unserem ersten Stopp des Abends, ein Restaurant mit traditioneller Livemusik. Wobei traditionell an dieser Stelle keineswegs spezifizierend ist. Groß ist die Vielfalt an Musikstilen und Richtungen in den sich in Mali befindlichen Regionen. In diesem Fall spielen sie einen Stil aus dem Norden des Landes, der Region um Timbuktu. Eine der historisch bedeutendsten Städte Afrikas, deren Zugang durch den andauernden Krieg im Norden des Landes extrem erschwert ist. So vielfältig wie die Musik sind auch die Tänze, wobei man stets viel Wert auf Individualismus auf dem Tanzparkett zu legen scheint. Nach dem Abendessen geht es weiter ins Ibiza. Nach dem der geparkte Touareg auf Sprengsätze durchsucht wurde stellen wir uns unter dem aufmerksamen Blick diverser Türsteher an. Nach zwei weiteren Sicherheitskontrollen sind wir drin. Die Bar wird gesäumt von in erster Linie osteuropäischen „Barfrauen“ in leichter Bekleidung. Während ich holländisches Bier trinke gibt es für meine Begleitung Cola und Sprite. Es dauert jedoch bis etwa 2 Uhr, dass der Club richtig zum Leben erwacht. Es ist eine skurrile Mischung aus, malinesischer Oberschicht, Frauen die wohl eher zum Arbeiten als zum Tanzen kommen und weißen Expats. Touristen sind spätestens seit dem ersten Anschlag 2015 in Bamako nicht mehr wirklich in der Stadt vorhanden. Obwohl weder Musik noch die Atmosphäre mir wirklich zusagen, bleiben wir einige Stunden. Genießen den Anblick schöner Frauen und beobachten das Treiben.

Clubs wie das Ibiza findet man in den meisten afrikanischen Großstädten, ja wahrscheinlich in der gesamten dritten Welt. Es gibt aber auch andere Bars und Clubs in denen man zu humanen Preisen trinken kann und dabei nicht umgeben von den Reichen und Schönen und letztlich den Ominösen ist. Typische Clubs, auch Boîte genannt, finden sich mehrfach über die Stadt verteilt. Man spielt hauptsächlich afrikanischen Pop, welcher sich meist aus traditionellen Klängen, Rap und Dancehall zusammensetzt. Die Lyrics vermischen französisch, englisch und traditionelle Sprachen. Auf ein Lied aus Kamerun folgt ein Lied von der Elfenbeinküste, worauf wiederum ein Hit aus Nigeria an der Reihe ist den alle mitsingen. Das Niveau auf dem Tanzparkett ist, salopp gesagt, End-Level. Man tanzt mit einer enormen Ausstrahlung, vermischt traditionelle Tanzschritte mit modernen und einer großen Portion Individualität. Man balzt unverbunden und verspielt, wie man es vor allem aus Südamerika kennt. Wobei hier beim Tanzen mehr Wert auf Details gelegt wird. So kann beim Dancebattle schon mal einer den größten Applaus bekommen, weil er ein Bein in der Luft kreist und dabei seine Augen ausdrucksstark bewegt. Ähnliche Musik wie in den Clubs, in denen Weiße eher selten an zutreffen sind, spielen die DJ’s der Soundsystem in den Straßen. Sie bauen ihre Anlagen irgendwo in den Vierteln auf wo sie auf den staubigen Straßen die Nachbarschaft beschallen. Diese Events, welche unter dem Namen Balanishow laufen, werden wie Straßenmusiker durch kleine Spenden finanziert. Frei nach dem Motto: Früh übt sich, tanzen hier selbst die 6 jährigen bereits anschaulich zu den Rhythmen in die Nacht hinein. Wem die Pop Musik fremd ist, dem stehen natürlich neben reichlich Reggae-Roots, traditionelle Livemusik in verschiedenen Stilen zur Verfügung, zu denen ebenfalls entsprechend getanzt wird. Während manche Tanzstile eher langsam und geschmeidig sind, werden bei anderen die Hüften und Gliedmaße so schnell bewegt und durch die Luft geschleudert, dass es sich kaum um kontrollierte Bewegungen handeln kann. Umso mehr ist man als Fremder darüber erstaunt, wenn auf einmal ein zweiter Tänzer dazu stößt und seine Hüften und Gliedmaße synchron, zu dem Tänzer an seiner Seite bewegt.

Persönlich würde ich eine Nacht in Bamako, den meisten Städten Europas vorziehen. Man sollte jedoch aufpassen, dass man nicht zu viel Alkohol trinkt. Ansonsten kann sich der nächste Tag schnell als Alptraum offenbaren, wenn man verkatert bei 45 Grad mit dem Auto im Stadtverkehr hängt, der Smog einem die Nase hoch zieht, die Hitze einem die Schweißperlen auf die Stirn treibt und der Magen rumort während er sich nicht ganz sicher ist ob er das Unverdaute oben oder unten rausschießen lassen soll. In diesem Sinne: Prost!

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Post Author
Carlo Drechsel

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